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Elektro Riese

Ratgeber

Praxiswissen für Auswahl und Einbau. Er ersetzt keine Planung durch eine Elektrofachkraft.

Fehlerstromschutz: welcher Typ wofür

Der gängige Typ A erfasst sinusförmige Wechselfehlerströme und pulsierende Gleichfehlerströme. Er reicht für die meisten Endstromkreise im Wohnbau. Wo Frequenzumrichter, Photovoltaik-Wechselrichter oder Ladeeinrichtungen im Spiel sind, können glatte Gleichfehlerströme auftreten. Dafür braucht es Typ B oder B+ oder eine Ladeeinrichtung mit eingebauter Gleichfehlerstrom-Erkennung.

Selektive Ausführungen mit Verzögerung verhindern, dass ein Fehler im Endstromkreis gleich die ganze Anlage abschaltet. Kurzzeitverzögerte Typen sind dort sinnvoll, wo betriebsbedingte Ableitströme sonst zu Fehlauslösungen führen.

Leitungen: Bauart nach Verlegeart wählen

Mantelleitung eignet sich für die feste Verlegung in trockenen und feuchten Räumen, auf und im Putz sowie in Hohlräumen. Für die Verlegung im Erdreich ist Erdkabel nötig, dessen Mantel Druck und Feuchtigkeit standhält. Einbetoniert wird nur, was dafür zugelassen ist.

Halogenfreie Bauarten setzen im Brandfall keine korrosiven Gase frei. In Fluchtwegen, in Technikräumen und überall dort, wo viele Menschen oder empfindliche Technik betroffen wären, sind sie die richtige Wahl. Der Querschnitt folgt aus Strom, Länge, Häufung und Verlegeart.

Leitungsschutz: auf die Auslösecharakteristik achten

Charakteristik B löst im Kurzschlussfall früh aus und passt zu Steckdosen- und Lichtstromkreisen. Charakteristik C verträgt höhere Einschaltströme und eignet sich für Motoren, Transformatoren und Vorschaltgeräte. Charakteristik D ist Sonderfällen mit sehr hohen Stoßströmen vorbehalten.

Kombinierte FI/LS-Schalter sparen Platz auf der Hutschiene und trennen im Fehlerfall nur den betroffenen Stromkreis. Das ist der einfachste Weg zu mehr Selektivität in einem bestehenden Verteiler ohne Umbau des ganzen Feldes.

Brandschutz im Verteiler

Fehlerlichtbögen entstehen an gealterten Klemmstellen, gequetschten Leitungen und lose angezogenen Schrauben. Ein Brandschutzschalter erkennt die typischen Hochfrequenzmuster und schaltet ab, bevor es zündet. In Schlafräumen, Kindergärten und Holzbauten ist er besonders sinnvoll.

Ebenso wichtig bleibt das Handwerkliche: Drehmoment nach Herstellerangabe, keine gemischten Leiterarten in einer Klemme, Nachziehen bei der Wiederholungsprüfung.

Beleuchtung: Lichtfarbe und Wiedergabe

Warmweiß um 2.700 bis 3.000 Kelvin wirkt in Wohnräumen ruhig, neutralweiß um 4.000 Kelvin passt in Werkstatt und Büro. Ein Wiedergabeindex ab Ra 90 lohnt überall dort, wo Farben beurteilt werden, etwa beim Ablängen farbcodierter Adern.

Beim Dimmen entscheidet die Kombination aus Leuchtmittel und Dimmer, nicht der Dimmer allein. Prüfe die Freigabelisten der Hersteller und achte auf die Mindestlast: Zu wenige LED-Leuchten an einem Phasenabschnittdimmer flackern.

Netzwerk in der Elektroinstallation

Für neue Verlegungen ist Cat 6A der Standard, weil er 10 Gigabit über die üblichen Längen trägt. Halte Abstand zu Energieleitungen, vermeide enge Radien und beachte die maximale Kanallänge von 100 Metern einschließlich der Patchkabel an beiden Enden.

Wo Kameras, Zugangskontrollen oder Aufpunkte für WLAN geplant sind, entscheidet die Speiseklasse über den Switch. Rechne die Leistung des ganzen Feldes, nicht die eines einzelnen Anschlusses.

Ladeinfrastruktur

Eine Ladeeinrichtung bis 11 Kilowatt ist beim Netzbetreiber anzumelden, darüber zustimmungspflichtig. Vorgelagert braucht es einen eigenen Stromkreis, Schutz gegen Gleichfehlerströme und je nach Bauform ein Lastmanagement, damit der Hausanschluss nicht in die Begrenzung läuft.

Noch Fragen?

Zu Kennwerten, Ersatztypen und Freigabelisten helfen unsere Elektrofachkräfte weiter. Die Wege stehen auf der Kontaktseite, kurze Antworten zu Bestellung und Rückgabe in den häufigen Fragen.